Inklusion

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen fordert in Artikel 24 die Vertragsstaaten auf, ein Bildungssystem zu schaffen, in dem das gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung zum Regelfall wird.

Eine umfassende allgemeine Information zum Thema Inklusion erhalten sie  auf der Internetseite der freien Enzyklopädie WIKIPEDIA.


 

Die Ziele der Landesregierung zur Inklusion und dem gemeinsamen Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderungen können Sie auf der Seite des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen nachlesen.

Das 9. Schulrechtsänderungsgesetz wurde am 16.10.2013 vom Landtag NRW verabschiedet und trat am 01.08.2014 in Kraft.

 


Die Erich Kästner-Schule unterstützt den Inklusionsprozess der Landesregierung durch die Abordnung von Kolleginnen und Kollegen für das Gemeinsame Lernen an die  weiterführenden Schulen der Stadt Hagen.

Sie berät die Lehrerinnen und Lehrer der allgemeinen Schulen sowie die Eltern der Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Bereich Sprache über die geeignete individuelle sonderpädagogische Förderung der Schülerinnen und Schüler im Rahmen des AO-SF
– und auf Anfrage.

Dies schließt zur Zeit auch noch die Möglichkeit ein, dass diese Kinder auf Wunsch der Eltern die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache besuchen können.


Exklusive Förderung an der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache ermöglicht Teilhabe.

Eine Untersuchung der Universität Leipzig von Dr. phil. Stephan Sallat und Markus Speer, Fachbereich Sprachbehindertenpädagogik, zu Bildungs- und Berufsbiographien ehemaliger Schüler der Sprachheilschulen.

Im Zuge der aktuellen bildungspolitischen Diskussion zum optimalen Förderort von Kindern mit dem Förderbedarf im Bereich Sprache stellten sich die Autoren die Frage, ob die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache ihre Schülerinnen und Schüler durch ein optimiertes sprachheilpädagogisches Lernumfeld auf ein selbstbestimmtes Leben und damit auf die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe, wie sie in der UN-Menschenrechtskonvention gefordert wird, vorbereitet hat.

Dafür wurden im Jahr 2010 die Einschulungsjahrgänge 1990-1993 von 11 Sprachheilschulen im Rheinland (7) und in Sachsen (4) befragt.

Die Befragung kam zu folgenden Ergebnissen:
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Erworbene Schulabschlüsse:

Es waren alle im Bildungssystem möglichen Schulabschlüsse vertreten. Die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt waren geringer als erwartet.
Die Ergebnisse zeigen, dass am exklusiven Förderort Sprachheilschule “die Grundlage für erfolgreiches Lernen gelegt werden konnte.” (Sallat & Spreer, 2011, S. 85)

 

  • Hauptschulabschluss 37 % (Bundesdurchschnitt 26 %)
  • Realschulabschluss 37 % (Bundesdurchschnitt 40,5%)
  • Abitur 17,4 % (Bundesdurchschnitt 24,7 %)
  • ohne Abschluss / Sonstige 8,7 % (Bundesdurchschnitt 8,9 %)

 

Art der Berufsausbildungen:

Die erlernten und ausgübten Berufe wiesen das gesamte Berufsspektrum auf.
Zwischen 50 % und 70 % der Befragten hatten ihre Berufswahl nicht von den sprachlichen Anforderungen abhängig gemacht. “Dies spricht für das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und einen überwundenen Förderbedarf.” (Sallat & Spreer, 2011, S. 85)

 

  • Lehre 79,3 %
  • Fachhochschule 6,5 %
  • Studium 10,9 %
  • Ohne Berufsausbildung 3,3 %

 

Beurteilung des Förderortes
„Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache“:

Die Förderschule Sprache wird ihrem Anspruch als Durchgangsschule gerecht. Die durchschnittliche Verweildauer betrug im Durchschnitt 2,75 Jahre.

 

  • 65,2 % der ehemaligen Schülerinnen und Schüler gaben an, dass an der Sprachheilschule anders unterrichtet wird.
  • 80,4 % gaben an, von der Sprachheilschule profitiert zu haben.
  • 88 % gaben an, diese Schule gern besucht zu haben.
  • 83,7 % gaben an, von den kleinen Klassen profitiert zu haben.
  • 98 % von ihnen „würden Eltern, die heute vor der Entscheidung stehen ihr Kind am Förderort Sprachheilschule einzuschulen, dazu raten. Sie können diese Entscheidung vor dem Hintergrund der eigenen Biographie empfehlen. So profitierten sie von ausgebildeten kompetenten Fachpersonal, intensiver und individueller Betreuung, Anerkennung der Sprachprobleme und geringerem Leistungsdruck sowie von kleinen Klassen.“ (Sallat & Spreer, 2011, S. 85)

 Fazit

Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung, dass der (exklusive) Förderort Sprachheilschule von den befragten ehemaligen Schülern als notwendiger und hilfreicher Abschnitt in ihren Bildungs- und Berufsbiographien erlebt und positiv reflektiert wird. Durch die vorübergehende Förderung an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache wurde den ehemaligen Schülerinnen und Schülern ein selbstbestimmtes Leben und damit gesellschaftliche und berufliche Teilnahme ermöglicht.

Der professionelle Anspruch der Sprachheilpädagogik sollte es sein, dass eine solche Förderung unabhängig vom Förderort weiterhin gewährleistet wird.

 

(Quelle: Sallat, Stephan; Spreer, Markus (2011): Exklusive Förderung ermöglicht Teilhabe – Bildungs- und Berufsbiographien ehemaliger Schüler der Sprachheilschulen, Sprachheilarbeit, 2/2011, 78-86)

 

Weitere Informationen zum Projekt:

http://www.sprache-beruf.de


 

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